|
Meine Mutter war bis zum Winter 1999 eine nicht mehr ganz so zufriedene
Besitzerin eines VW Passat. Der Wagen war so heruntergekommen, dass auf kurz
oder lang ein neues Fortbewegungsmittel angeschafft werden musste.
Zuerst wollte sie keine "alte Karre", obwohl meine Gattin und ich ohne Probleme
seit Jahren nichts anderes fahren. Vor die Wahl gestellt, ob alte Karre oder
digitalisierte Eierfeile, entschied sie sich für die alte Karre (für 2 Jahre und
dann ein richtiges Auto, denkste HE HE).
Ein geeignetes Modell fand sich in Hannover Linden bei einem Vertragshändler
hinten auf dem Hof. Der Kadett rottete da fast ein Jahr vor sich hin und sollte
in den darauf folgenden Tagen in die Presse. Nach eingehender Untersuchung bot
sich ein ernüchterndes Bild: Verschleißteile alle am Ende, Karosserie an einigen
Stellen im fortgeschrittenen Stadium des Verfalls, 90.000 Kilometer nur im
Stadtverkehr gelaufen und der Lack fühlte sich an wie 1000er Schleifpapier, aber
das gute Stück war "jungfräulich", vor mir hat da noch keiner eine Schraube
gedreht!
Meine Mutter war allerdings weniger begeistert, es bot sich aber auf die
Schnelle nichts anderes; also wurde der Wagen am gleichen Tag gekauft. Der
Aufbau dauerte sechs Wochen und kostete ca. 2500,-DM. Fast jeden Tag nach der
Arbeit bin ich in die Werkstatt, meist bis 23 - 24 Uhr und morgens um 5 Uhr 30
wieder zur Arbeit. Es war keine angenehme Zeit, zumal im November Dezember das
Wetter auch nicht gerade zum Schrauben einlädt. Glücklicherweise verpflegte
meine Mutter mich mit etwas Warmen zu essen.
Als Krönung des Ganzen muss noch der Passat erwähnt werden, die Scheißkarre
musste ich noch 2 - 3-mal pro Woche zusammenflicken, so dass er nicht vorzeitig
seinen Dienst quittiert! Nach rund 6 Wochen hatte der Kadett TÜV, mit einem
kleinen Mängel: Standlicht rechts ohne Funktion!
Mittlerweile fährt meine Mutter ihren C-Kadett sehr gerne, den Gedanken an ein
neues Auto hat sie schon vor Jahren verworfen.
Bilder-Galerie
|